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Rote Mütze

Sammlung Braun
r 2018 / 18369
Bereitstellende Institution
Museen Stade
Sammlungsbereich
Sammlung Braun
Inventarnummer
r 2018 / 18369
Titel
Rote Mütze
Material
Textilien
Zitierlink
https://www.amani-stade.gbv.de/item/ms_c4fb1056-d9c9-45cd-99c8-24dbfec3a9ef
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Einzelobjekt / Objektgruppe
Einzelobjekt
Klassifikation
Textilien/Gewebe  
Herstellung
Zeit
bis ca. 1909-04-10
Person/Institution
  • Person, unbekannt (Hersteller*in)
Kauf / Verkauf
Zeit
1909-04-10
Beschreibung
"Samstag d. 10. April 1909 [unterstrichen] Am Morgen an einer grossen Herbarsendung für Berlin weiter gearbeitet. Nachmittags Akten. – Ich suche mir möglichst alles das zu sammeln, was die Wasuaheli [sic] in den indischen Läden als ihre Bedürfnisse kaufen. Zu diesem Zweck habe ich zunächst Listen von den Boy's herstellen lassen und verschiedene Sachen dabei gefunden die ich überhaupt nicht kannte. Heute kamen in meinen Besitz: Kleine hellrote, türkische Mütze aus einem roten Stück Filz, sie heißt auf kisuaheli: kofia stambuli und hat oben einen kleinen [S.46] Griff, derselbe soll auf kibonei [?]: shuju [?] heißen. Eine solche Mütze kostet hier in Amani 50 Heller. In Tanga kauft man sie für 25 Heller. Weiter kaufte ich eine einfache ganz weiße Mütze. Dieselbe ist vielfach mit weißen Fäden benäht und heißt diese Sorte kofia ya eherhani [?] [vermutlich r 2018 / 18373]. D.h. mit einer Nähmaschine hergestellte Mütze. Hier kostet das Stück ebenfalls eine halbe Rupie, in Tanga etwa 30 Heller. / Genau dieselbe Mütze, auch ebenso benannt, nur noch mit schwarzen Farben verschiedenen Mustern als Bordüren aufgenäht kostet hier 75 Heller in Tanga 50 Heller. Die Muster sind hier [?] bei den N* [1] gewöhnlich durcheinander greifende Linien, die ohne besondere Sorgfalt mit Maschinen aufgenäht sind [Drei Detailzeichnungen von Nahtlinien] Ist eine Mütze am Rand gezackt, so heißt sie kofia ya someno [?], genähnte [?] Mütze ist nie glatt kofia ya futo / Die feinen und kostbaren Mützen heissen kofia buibui (Tagebuch 52, S.39) und werden dafür mehrere Rupien bezahlt. Ausserdem kaufte ich verschiedene Kleidungsstücke: [S.47] [Farbige Zeichnung] Ein Kitambi, sehr buntes gewebtes Tuch, welches in Indien oder was wahrscheinlich ist in England hergestellt ist. Die bunten Linien bestehen aus in verschiedenen Mustern gewebten bunten Fäden. Hauptsächlich ist violett vertreten. In den einzelnen schmalen Streifen, orange-gelb, weiß, citronengelb, weiß, rot und weiß ist das hier beigefügte Mustereingewebt, jede Linie aus zwei Fäden bestehend. [Kleien farbige Detailzeichnung] Das obige Muster ist die Hälfte der Breite und kehrt ganau nach der anderen Hälfte zu wieder [?]. Die ganze Breite beträgt 106 cm, die Länge 212 cm. Der Preis ist hier in Amani 1 Rupie. Getragen wird das Tuch von Männern als Lendentuch. Ein anderes Kitambi, ist 16 cm breit und 168 cm breit, hat einen breiten roten Rand, die Mitte besteht aus von gelben Fadenlinien eingefassten Stücken [?], welcher ihrerseits wieder aus rotem und schwarzem Faden zusammengesetzt sind. Zwischen dem roten Rand und dem inneren /[S.48] [farbige Zeichnung mit Beschriftung] weiße Längslinie / Teile läuft eine weisse Längslinie entlang. Das Tuch wir ebenfalls von Männern als Lendentuch getragen und kostet ein Stück 1 Rp. 25. / Ein Shuka oder einfaches Lendentuch mit sehr einfacher Linienfassung, schwarz und rot. Die Länge beträgt 172 cm die Breite 89 cm, der Preis ist hier in Amani 60 Heller. [Kleine farbige Zeichnung] / Ein noch einfachere Shuka kostet um 50 Heller und ist ein Tuch, 98cm breit und 186 cm lang. Die Einfassung ist [Korrektur] besteht aus rotem, grünen und violetten Linien. Der Preis ist 50 Heller. [Kleine farbige Zeichnung] / Außerdem erhielt ich verschiedene Räuchermittel: [...] [S. 50] [farbige Zeichnung] Ein breites [...] [?] (Tagebuch 52, S.59) gekauftes Kikoi hat nebenstehend einen bunten Rand. Diese Tücher werden für die vornehmsten gehalten. Breite 95 cm Länge 168 cm ohne den Fransensaum der etwa 10 cm lang ist." [1] Das N-Wort (N*) ist eine stark rassistische Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen. Der Begriff entstand im Zusammenhang mit "Rassen"theorien und ist eng mit der Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus verbunden. In der Abschrift von Originalquellen wurde er nicht übernommen, sondern als ein rassistisch abwertender, verletzender Begriff kenntlich gemacht.

Quelle: Museum der Kulturen Basel, VI 56197, 53 (45)
Verfasser: Karl Braun
Person/Institution
  • Person, unbekannt (Verkäufer*in)
  • Braun, Karl (* 1870 † 1935) (Käufer*in)
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Ort
  • Amani
Inventarisierung
Zeit
ca. 1909-04-10 - 1909-04-10
Beschreibung
"124. Rote Mütze der Boy's / Kofia nyekundu [?], Kofia Stambuli [?] / Amani 10. April 1909 = 50 Heller (für Europäer!) 25 " (für Eingeborene!) / TB 53,45. / [Zeichnung]"

Quelle: Museen Stade, r 2018 / 18566
Verfasser: Karl Braun
Person/Institution
  • Braun, Karl (* 1870 † 1935) (Inventarisierer*in)
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Alte Inventarnummern
  • 124
Nachlass
Zeit
1934-07-17
Beschreibung
Im Jahr 1934 übergab der vormalige Leiter der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft Karl Braun (1870-1935) der Hansestadt Stade, bzw. ihrem Repräsentanten, dem damaligen Bürgermeister Hans Arthur Meyer (1884–1961), die sogenannte „Kolonialsammlung Braun“. Siehe hierzu die Akte „Überlassung einer Kolonialsammlung vom Oberregierungsrat Professor Dr. Karl Braun in Stade an die Stadt Stade“ am Niedersächsischen Landesarchiv Standort Stade.

Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Stade, Dep. 10 Nr. 03025
Person/Institution
  • Braun, Karl (* 1870 † 1935) (Geber*in)
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  • Hansestadt Stade (Nehmer*in)
  • Hans Arthur Meyer (1884 - 1961) (Nehmer*in)
Ort
  • Stade
Leihgabe
Zeit
1997-02-17
Beschreibung
Im Jahr 1997 schließt der damalige Stadtarchivar Jürgen Bohmbach einen Dauerleihvertrag mit dem Museumsverein Stade e.V. ab, den der damalige Direktor Gerd Mettjes unterzeichnet. Danach geht die Sammlung von Karl Braun in die Obhut des Museumsvereins Stade e.V. über.

Quelle: Museen Stade, Vereinbarung Leihgabe "Brauns'sche Kolonialsammlung"
Person/Institution
  • Hansestadt Stade (Leihgeber*in)
  • Bohmbach, Jürgen (* 1944) (Leihgeber*in)
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  • Museum Schwedenspeicher (Leihnehmer*in)
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  • Mettjes, Gerd (Leihnehmer*in)
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Ort
  • Stade
Wissenschaftliche Bearbeitung:
Zeit
2023-06-08
Beschreibung
I: Ich werde das Bild für Sie ändern. Ich habe ein Bild mit der Nummer 2018_18369_001. Sehen Sie sich das an, was ist das? R: Das ist ein Hut, dieser Hut wurde früher „Kitunga” genannt. I: Was bedeutet das und warum wurde er „Kitunga” genannt? R: Es war nur ein Name wegen der Verzierung hier oben, deshalb wurde er „Kitunga” genannt. I: An welchen Orten war er in unserem Land Tansania häufiger zu sehen? R: Es war die Tracht der islamischen Küstenbewohner. I: Können Sie uns die Regionen nennen? R: In der gesamten Küstenregion, in Kigoma gab es sie, und wenn damals jemand mit diesem Hut gesehen wurde, mussten die Leute aufstehen, wenn er einen Raum betrat. I: Warum? R: Jede Zeit hat ihre eigenen Gepflogenheiten; es war ihre respektvolle Kleidung. I: Wenn jemand diesen Hut trug, war er also eine angesehene Person, aber nicht jeder durfte diesen Hut tragen? R: Nein, wissen Sie, früher war der Wert des Geldes gering und es gab einige Dinge ... und wahrscheinlich kostete er damals fünf Cent, aber wenn jemand etwas für fünf Cent kaufen wollte, musste er verhandeln, andere trugen ihn aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage. I: Also wurde der „Kitunga” in dieser Zeit zu einem höheren Preis verkauft? R: Ja. I: Wann wurde er getragen? R: Ja, ich habe Ihnen gesagt, dass es die Kleidung der Küstenbewohner war, insbesondere der Muslime. I: Wurde er zu besonderen Anlässen getragen oder konnte man ihn jederzeit tragen? R: Man konnte ihn jederzeit tragen, aber heutzutage kann man den Kitunga nicht mehr mit einer einfachen Hose tragen, sondern man trug ihn mit einem „Kanzu” oder einem „Mantel”. I: Was für ein Mantel? R: Ein ganz normaler Mantel, den man manchmal über die Schulter legte, wenn man wollte. I: Also musste jemand, der eine „Kitunga” trug, auch einen Kanzu und einen Mantel tragen, um gut auszusehen? R: Das war nur aus Gründen der guten Erscheinung. I: Gab es auch Vorschriften, welche Schuhe man dazu tragen musste, denn es gibt ja Schuhe, die man nicht zu einem Kanzu tragen kann? R: Zu der Zeit, als solche Sachen getragen wurden, waren das offene Schuhe mit großem Zehenbereich, die „Makubadhi“ genannt wurden. I: Wird Kitunga heute noch getragen? R: Oh! Man sieht sie noch, aber sehr selten, und einige junge Männer tragen sie als Mode, wenn sie sie bei ihren Großvätern finden, aber sie werden nicht mehr als besondere Kleidung getragen, ihre Zeit ist vorbei. I: Das lässt sich nicht rückgängig machen. R: Das ist nicht einfach. I: Warum ist es nicht einfach? R: Sie wissen, wohin wir jetzt gehen ... Aber es gab eine Zeit, in der ich sagte, es kommt eine Zeit, in der die Regierung sich um solche Dinge kümmern muss. Wenn Sie zum Beispiel jetzt den Fernseher einschalten, hören Sie: „Oh, ich weiß nicht, es gibt kein Wasser”, aber wer soll das Wasser schützen? Ich dachte, als Mama Samia an die Macht kam, würde sie den Mädchen, die gerne halbnackt herumlaufen, das verbieten, weil sie eine Frau ist, sie sollte doch den Schmerz spüren und es ihnen verbieten. Wie soll der Präsident das jetzt machen und auf welche Weise? Manchmal kommt der Vizepräsident zu Besuch und findet Schulkinder, die mit Bananenblättern bedeckt und halbnackt sind. Was für ein Ideal willst du denn? Die Regierung sollte sich erst einmal hinsetzen und überlegen, ob dieses Moralsystem rückgängig gemacht werden kann. Die Regierung sollte dazu stehen und sogar sagen, dass auch religiöse Einrichtungen zur Zerstörung der Moral beitragen. In meinem Alter habe ich das manchmal gesehen. Man konnte eine christliche Frau sehen, die in lustigen Kleidern zur Kirche ging, zum heiligen Ort, die Mädchen gingen halbnackt zur Messe und der Pastor stand davor und sah sie gierig an. Warum verurteilt man solche Dinge nicht? Die Ära der Moral ist vorbei. I: Wird „Kitunga” heute noch hergestellt? R: Es gibt keine Nutzer mehr, und wie soll man es herstellen? I: Ist es weniger geworden oder gibt es es gar nicht mehr? R: Ich glaube, es gibt es nicht mehr. I: Wenn ich heute zum Beispiel „Kitunga” brauche, ... R: Du kannst es in Bangladesch bekommen, zumindest wird es dort noch verwendet. I: Sollte er es also nach Tansania bestellen oder jemanden schicken, um es zu holen? R: Ja, oder jemand kommt damit. I: Wer hat damals in Tansania „Vitunga” hergestellt? R: Sie wurden importiert. I: Aus welchem Land? R: Aus Bangladesch, dort wurden sie hauptsächlich verwendet, es war eine geschäftliche Angelegenheit. I: Obwohl sie ins Land importiert wurden, können Sie uns sagen, aus welchen Materialien „Kitunga” hergestellt wurden? R: Kitunga wurde aus sortierter Baumwolle hergestellt, aber beim Stoff war die Sortierung nicht echte Baumwolle, sondern es wurde im Stoffverarbeitungsprozess verarbeitet, so etwas in der Art. I: Sie sagten, dass Kitunga in dieser Zeit ein wertvolles Kleidungsstück für jeden war, der es trug. Wenn man das mit heute vergleicht, wie viel könnte man dafür heute verkaufen. R: Etwa 5.000 oder 10.000 Schilling, so in etwa.

Quelle: Amani-Stade Project / Amani Field Research 2023 / Interview No. 02
Verfasser: I: Mohamed Seif, R: Anonymous
Person/Institution
  • National Institute for Medical Research (NIMR) (Auftraggeber*in)
  • unknown actor (wissenschaftlicheR BearbeiterIn)
Ort
  • Amani
Urheber*in: Karl Braun
Anmerkung: Museen Stade, r 2018 / 18566mehr erfahren
Urheber*in: Karl Braun
Erstelldatum: 1909-04-10
Anmerkung: Museum der Kulturen Basel, VI 56197, 53 (45)mehr erfahren

Interne Objektreferenz

Weiße Mütze mit Stickmuster

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Weiße Mütze mit schwarzem Stickmuster

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r 2018 / 18385
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Externe Objektreferenz

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